Unsere Empfehlungen

Joyce Lussu
Weite Wege in die Freiheit
Erinnerungen an die Resistenza 

herausgegeben und aus dem Italienischen übersetzt und mit einer ausführlichen biographischen Einleitung von Christa Kofler

Verlag Mandelbaum
286 Seiten; 20,00 Euro
978-3-85476-951-4

Weite Wege in die Freiheit

Joyce Lussu (1912–1998), war Aristokratin, Sozialistin, Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie gibt Einblick in die letzte Phase der „Resistenza lunga“, des politischen Widerstands gegen Mussolinis Faschismus, der sich bereits ab Mitte der 1920er-Jahre in der Emigration organisierte.
Unter vielerlei Identitäten wird Joyce Lussu in Frankreich nach dem Einmarsch der deutschen Truppen im Juli 1940 zu einer verlässlichen Dokumentenfälscherin und unerschrockenen Fluchthelferin. Sie begleitet Emilio Lussu über eine Schleuserroute nach Portugal, absolviert in Großbritannien eine militärische Ausbildung und wagt im September 1943 eine riskante Mission durch die Frontlinien zu den alliierten Truppen im bereits befreiten Süditalien.
Lussu erzählt in ihren bereits 1945 publizierten Erinnerungen mit wachem Sinn für Dramaturgie und Dramatik. Ihre Sympathie liegt bei den Frauen, den Entrechteten und Unterprivilegierten. Ihre Abscheu, bisweilen auch Hohn und Spott gelten den Polizei- und Militärapparaten jeglicher Couleur und deren Handlangern.

 

Erika Wimmer Mazohl
Das zweite Gesicht
Gedichte

Verlag Limbus
146 Seiten; 20 Euro
ISBN 978-3-99039-200-3

 

 

 

Das zweite Gesicht

Der Südtiroler Maler und Radierer Markus Vallazza (1936–2019) befasste sich fast zehn Jahre lang mit Dantes Divina Commedia und schuf eine viel beachtete Serie hochwertiger Radierungen. In den Skizzenbüchern dazu finden sich u. a. nicht weniger als 378 Variationen auf ein bekanntes Dante-Porträt, ein Profilbild mit markanter Hakennase.
Erika Wimmer Mazohl ließ sich von diesen Miniaturen – auch »Psychogramme« oder »Kopfgeburten« – aus dem Skizzenbuch zum Inferno anregen. Ohne allzu offensichtlichen Bezug auf Dante und Vallazza entsteht ein Panorama des Individuell-Menschlichen von der intimen Liebesbeziehung mit aller Körperlichkeit über Reisen an andere Orte, in andere Zeiten und andere Milieus bis zu umfassenden Verortungen auf der Erde oder gleich im Universum. Erika Wimmer Mazohl gestaltet plastische Szenen und erzählt kleine Geschichten, gewichtet sorgfältig ihre Sprachen – das Deutsche und in Einsprengseln auch das Italienische – und versieht ihre witzigen, archaischen, erschütternden Texte jeweils mit einer Zuordnung: Kartografisch etwa liest man da, planetarisch, libidinös, expressiv, maskiert oder verschnupft. Ein anregendes, mehrschichtiges Lesevergnügen, denn kein Mensch und kein Gedicht hat nur ein einziges Gesicht.

  

 

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